Es ist natürlich immer von größter Wichtigkeit auch die wirtschaftlichen Aspekte einer Einrichtung, hier speziell der von Pumpstationen, zu betrachten.

Dabei stellen wir zunehmend fest, daß Wirtschaftlichkeit ausschließlich mit Energieverbrauch gleichgesetzt wird, was natürlich, schon aus der Sprache abgeleitet, falsch ist.

Zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit gehört natürlich auch der Energieverbrauch, das ist aber nicht alles:

  • Die Investitionskosten für die Anlage spielen eine Rolle einschließlich des für die Station notwendigen Bauwerkes. Auch wenn die Investition teilweise bezuschusst wird und aus einem anderen Haushaltstitel kommt, muß zumindest ein Anteil angesetzt werden.
  • Dazu gehören auch die Kosten für die Herstellung der Druckrohrleitung, die bei unserem System relativ kostengünstig sind. Die Druckleitungen liegen parallel zur Oberkante Gelände mit frostfreier Überdeckung.
  • Übertiefen werden vermieden, Hochpunkte werden nicht entlüftet, Tiefpunkt-Entwässerungsschächte sind nicht erforderlich.

Ergänzend zu den Investitionskosten sind Lebens- und Abschreibungsdauer von großer Bedeutung. Während man bei Pumpen in aller Regel von einer Lebensdauer von unter 10 Jahren ausgeht, beträgt allein schon die Abschreibungsdauer nach den für Industrieanlagen gültigen AfA-Tabellen mindestens 15 Jahre. Einige unserer Anlagen sind mittlerweile seit über 30 Jahren in Betrieb.

Noch wichtiger sind aber die Instandhaltungskosten bzw. die Reparaturanfälligkeit: wie schon weiter oben ausgeführt, kommt das Abwasser in unseren Anlagen nicht mit sich bewegenden maschinellen Bauteilen in Berührung. Druckluft stellt das Antriebselement dar. Mithin sind abrasive, durch Abwasser verursachte, Verschleißerscheinungen fast ausgeschlossen.

Lediglich die Schieberplatten der einlaufseitigen Druckluftschieber (aus Edelstahl) und die gummierten Kugeln der Rückschlagventile auf der Druckseite kommen mit Abwasser in Kontakt. Alle anderen Teile, wie z.B. pneumatische oder elektro-magnetische Ventile, die Kompressoren, die Steuerung usw. arbeiten wie in einer beliebigen Druckluftstation eines Industriebetriebes. Wobei wir selbstverständlich bei der Auswahl dieser Produkte immer nur den aktuellen Industrie-Standard einbauen.

Handwerker- oder Heimwerkerkompressoren sind zum Beispiel in keiner unserer Anlagen zu finden. Immerhin müssen unsere Anlagen, die ja über lange Zeiträume unbeaufsichtigt und ohne tägliche Schmierdienste o.ä. arbeiten müssen, auch Dauerbetrieb verkraften können.

Neben üblichen Schwankungen der Laufzeiten durch wechselnde Abwassermengen müssen auch jahreszeitliche Temperaturschwankungen und weitere Fremdeinwirkungen (beispielsweise ein Rapsfeld = Blütenstaub neben der Pumpstation) verkraftet werden.

Anders und krass ausgedrückt: was nutzt ein niedriger Stromverbrauch, wenn die Reparaturanfälligkeit evtl. Stromkostenersparnis aufzehrt?