Wenn Abwasser in “(Druck-) rohrleitungen“, Schächten oder auch (Freispiegel-)kanälen längere Zeit ohne Sauerstoffzufuhr “steht“ kommt es zum sogenannten “Fäulnisprozeß“.

Das bedeutet, das bisher sowieso schon “etwas“ riechende Abwasser „kippt um“, es beginnt zu faulen oder zu verfaulen, was zu folgenden negativen Erscheinungen führen kann:

  • Geruchsbelästigungen (Schwefelwasserstoff riecht übel, es stinkt nach “faulen Eiern“) für Anwohner und Bedienpersonal (z.B. Klärwärter und andere Gemeindemitarbeiter)
  • Bei entsprechenden Konzentrationen kommt es sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen (Schwefelwasserstoff wirkt toxisch), z.B. Reizung von Schleimhäuten der Augen, der Nase und des Rachens. Außerdem können Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Übelkeit, Betäubung der Geruchsrezeptoren und sogar Wassereinlagerungen in der Lunge auftreten.
  • Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämoglobin)
  • Im Extremfall kann es bei hohen Konzentrationen zu Atemnot oder sogar zum Tod führen.
  • Außerdem können Schäden im zentralen und evtl. auch peripheren Nervensystem entstehen.
  • Es entwickeln sich Korrosionsschäden an Betonbauwerken und auch an Stahlteilen.

Details zum Fäulnisprozess von Abwasser

Chemisch und biologisch gesehen passiert bei dem Fäulnisprozess von Abwasser in Rohrleitungen und Schächten kurz beschrieben folgendes:

  1. Durch chemische und mikrobiologische Prozesse wird der im Abwasser befindliche Sauerstoff verbraucht. Man erhält einen sogenannten “anaeroben“ Zustand.
  2. Außerdem bildet sich eine sogenannte “Sielhaut“, die eine Flora von verschiedenen Bakterien beheimatet.
  3. Es vermehren sich im Abwasser befindliche sulfatreduzierende Bakterien. Diese Bakterien reduzieren chemisch Sulfat nach Sulfid. Bei den entstehenden Sulfiden handelt es sich um Wasserstoffsulfid = Schwefelwasserstoff und um organische Polysulfide. Die dabei freiwerdende Energie benötigen die Bakterien zum Leben.
  4. In dem aus dem Abwasser ausgasenden Schwefelwasserstoff bilden sich nun Thiobakterien oder Thiobacillen. Diese Thiobacillen verändern chemisch Schwefelwasserstoff zu Schwefelsäure. Die nun entstandene Schwefelsäure wiederum verursacht Korrosionen an Bauwerken.

Zu weiteren Details bei diesen chemischen und biologischen Vorgängen wird auf die universitäre Fachliteratur verwiesen, zu den gesundheitlichen und teilweise lebensbedrohlichen Beeinträchtigungen auf entsprechende Studien.

Die Lösung für die genannten Probleme:

Oftmals können diese Schwefelwasserstoff-und Schwefelsäure-Gefahren durch die pneumatische Fördertechnik von OEKERMANN komplett verhindert werden. Bitte beachten Sie dazu die weiteren Beiträge auf dieser Webseite und Druckschriften im Bereich ’Downloads’. Gerne stehen Ihnen auch unsere Fachleute telefonisch unter +49 (0) 521 / 39 04 01 oder nach Terminvereinbarung auch persönlich zur Beratung zur Verfügung.

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