Warum werden pneumatische Abwasserpumpstationen statt herkömmlicher Pumpen eingesetzt?

Die entscheidenden Vorteile durch die pneumatische Fördertechnik System OEKERMANN sind:

Konventionelle Fördermethoden, z.B. mittels hydraulischer Pumpwerke in Naß- oder Trocken-Aufstellung, sind hinlänglich bekannt und werden seit langer Zeit angewandt. Bei geringen Abwassermengen und bei relativ langen Druckleitungen, insbesondere im ländlichen Bereich, stößt man beim Einsatz dieser herkömmlichen Technik jedoch schnell an Grenzen: Das Abwasser verfault in der Druckleitung, spätestens nach etwa 3 – 4 Stunden unter Sauerstoffabschluß; es kommt zu Schwefelwasserstoff-Bildung und damit zu Geruchsbelästigungen. Außerdem entstehen Schwefelwasserstoff-Korrosionen an Beton-, Stahl- und Eisenteilen.

Angefaultes oder verfaultes Abwasser kann biologisch nicht abgebaut werden. Gemindert werden die negativen Folgeerscheinungen allenfalls durch den Einsatz chemischer Zusatzstoffe, die zum Abwasserstrom hinzudosiert werden müssen. Allerdings ist das kostenintensiv, technisch aufwendig und bei falscher Dosierung teilweise unwirksam. Es können zwar Nachblasstationen der Pumpstation beigestellt werden, die periodisch Druckluft in die Druckleitung fördern; jedoch ist mit einer solchen Variante eine kontinuierliche Anreicherung mit Luft-Sauerstoff systembedingt nicht möglich.

Desweiteren gibt es häufig physikalisch-technische Einsatzgrenzen konventioneller Pumpwerke in Naß- oder Trockenaufstellung, z.B. bei langen Druckleitungen und / oder großen Höhenunterschieden.

Aus diesen Gründen hat OEKERMANN in den 1970er Jahren die Pneumatische Abwasserförderung entwickelt. Beim Einsatz pneumatischer Abwasserförderanlagen nach dem von OEKERMANN entwickelten System treten die zuvor genannten und allgemein bekannten negativen Auswirkungen von herkömmlicher Pumpentechnik nicht auf.

Das Abwasser wird frisch, in einwandfrei klärbarem Zustand, zur Kläranlage gefördert.

Durchmischung des Abwassers im Vorschacht

 

Sauberer Pumpwerks-Bereich

Erreicht wird dies dadurch, daß das aus dem Freigefälle-Kanalsystem am Pumpwerk ankommende Abwasser fortwährend mit Luft, und damit Sauerstoff, durchmischt wird. Bereits im Vorschacht der OEKERMANN-Pumpwerke findet eine intensive Durchmischung statt. Gleichzeitig werden eventuelle Ablagerungen aufgewirbelt und Schwimmstoffe werden in das Abwasser gemischt. Geruchsbelästigungen und Ablagerungen im Pumpwerks- und Vorschacht-Bereich finden nicht statt.

 

Elektronisch steuerbare Nachblasvorgänge

Je nach örtlicher Erfordernis finden, periodisch nach Zeitpunkt, oder nach einer variablen Vorgabe, Nachblasvorgänge statt.

In abwasserschwachen Zeiten, z.B. nachts, wird die jeweilige Druckleitung weitestgehend entleert. Eventuell sich absetzende Schwerstoffe werden mit dem beschleunigten Abwasserstrom mitgerissen. Ablagerungen werden weitestgehend vermieden.

CPU-805

 

Druckleitungen mit Hoch- und Tiefpunkten

Ein weiterer wesentlicher Vorteil beim Einsatz des OEKERMANN-Fördersystems ergibt sich daraus, daß die Druckleitungen parallel zur Oberkante des Geländes verlegt werden, lediglich mit frostfreier Überdeckung.

Vorteile:

  • Einfache und kostengünstige Verlegung der Druckleitungen
  • Zusätzlich kann (muß) auf den Einbau von Entlüftungsventilen an Hochpunkten im Druckleitungsverlauf verzichtet werden.
  • Einsparung von Investitionskosten für Schächte und Armaturen, verringerter Wartungsaufwand.

Höhenplan

 

Verbundsysteme

Systembedingt können Verbundsysteme auf einfachste Weise realisiert werden.

Vorteile:

  • Einsparung von Investitions- und Folgekosten für Steuerkabel
  • lastabhängige Förderung ohne gegenseitige Wartezeiten der angeschlossenen pneumatischen Pumpwerke, die sonst bei Verriegelungen anfallen würden

Verbundsystem mit 12 pneumatischen Abwasser-Förderanlagen

 

Hygienisch und betriebssicher

OEKERMANN-Anlagen werden trockenaufgestellt. In den vom Abwasser durchflossenen Anlagenteilen sind keinerlei Einbauten, wie z.B. Schwimmerschalter, Sonden, Gestänge oder andere mechanische oder elektrische Bauteile. Alle maschinellen Baugruppen sind leicht zu erreichen.

Vorteile:

  • keine Funktionsbeeinträchtigungen durch im Abwasser befindliche Fremdstoffe, insbesonders Faserstoffe, Textilien usw.
  • das Bedienungs-/Wartungspersonal kommt mit Abwasser nicht in Berührung. Das ist nicht nur hygienisch, sondern dient vor allem der Gesundheit des örtlichen Personals
  • kein Ex-Schutz erforderlich, weil alle elektrischen Baugruppen außerhalb der Ex-Zonen montiert werden